5.2 Fetischismus
Das Wort Fetischismus kommt aus dem portugiesischen und heißt so viel wie „Zauberei“ (Feitico). Schon Siegmund Freund schien sich dafür in besonderer Weise interessiert zu haben.
„Keine andere ans Pathologische streifende Variation des Sexualtriebes…verdient so sehr unser Interesse…!“ Freud
Fetischismen beschreiben Erregungsmuster die sich auf nicht menschliche Objekt, Körperteile oder ganz gewisse individuelle Eigenarten eines Sexualpartners beziehen. Die bekanntesten Fetischismen haben Strümpfe, Schuhe, Büstenhalter oder auch Gerüche zum Inhalt. Ohne sie ist es dem betroffenen Mann nur schwer möglich Sexualfunktionen zu initialisieren.
Wie weit Fetischismen verbreitet sind, beweist die Berliner Männerstudie. 26 bis 29 Prozent aller Männer besitzen fetischassoziierte Phantasien bei Masturbation oder Sexualität, immerhin 24% aller Männer leben sie auch aus. Dies sollte kein Problem darstellen, vorausgesetzt die Partnerin wurde nicht in ihrer sexuellen Selbstbestimmung verletzt. Wie jede Sexualität muss auch ein Fetischismus konsensuell gelebt werden, dann ist er nicht paraphil.
Viele Männer wollen ihre Partnerinnen mit ihren Fetischismen nicht konfrontieren. Der Grund für dieses Verhalten ist die Angst, auf Unverständnis zu stoßen oder die Partnerin gar zu verschrecken. Üblicherweise leben solche Männer ihren Fetischismus in Außenbeziehungen, Seitensprüngen oder in „Clubs“ aus. Selbstverständlich kann eine solche Vorgangsweise nicht gut geheißen werden. In der Sexualberatung versucht man, Männer mit Erregungsmustern fetischistischen Inhalts zur Akzeptanz ihrer Neigungen und zu einem Gespräch mit der Partnerin.
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