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5.3 Masochismus

Leopold Ritter von Sacher-Masoch beschrieb 1870 in seinem Roman „Die Venus im Pelz“ einen männlichen Protagonisten, der sich von Venusstatuen erotisch angezogen fühlte. In einem Kurort gerät er schließlich an eine lebende Venus im Pelz, der er als Sklave dienen musste.

Die Erregungsmuster masochistisch veranlagter Männer sind auf Unterwerfung und Gedemütigt-Werden ausgerichtet, sie wollen sich als Sklave unterordnen und beherrscht werden. Der psychoanalytische Erklärungsversuch besteht aus einer unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Beachtung, die durch eine gestörte Vater-Sohn-Beziehung verursacht wurde. Der Sohn fühlte sich von seinem Vater nicht ausreichend akzeptiert, vielleicht sogar ignoriert, er versucht seine Liebe durch Unterwerfung zu erzwingen.

Masochismus kommt auch bei Frauen in einer messbaren Größe vor, die Geschlechtsverteilung in der Prävalenz beträgt aber 20:1 zu „Gunsten“ der Männer; auch hier gilt also das Prinz von der wesentlich geringeren Anfälligkeit von Frauen für paraphile Erregungsmuster.

Ein masochistisch veranlagter Mann sucht im Chat per Inserat „nur das eine: Dominanz, Unterwerfung, Benutztwerden.“ Er schreibt: „Je nach Deinen Vorlieben von zart bis richtig hart. Du sagst wo es lang geht und wenn es sein muss, kann ich auch einiges wegstecken.“

Erregungsmuster masochistischen Inhalts dürfen auch gelebt werden, solange ein geeigneter Partner für konsensuelle Sexualität zur Verfügung steht. Der/die Partnerin muss – um den Vorstellungen eines Masochisten zu entsprechen – dominant sein, erfahrungsgemäß sind aber dominante Frauen selten. Die meisten Dominas arbeiten in speziellen Sex-Clubs, sie sind meistens nicht wirklich dominant veranlagt, sondern spielen ihre Rolle um der sexuellen Präferenz ihrer Kunden entgegen zu kommen. Sie sehen sich daher eher als Schauspielerinnen denn als Prostituierte. Gute Dominas sind hoch dotiert.

In der männlichen Homosexuellenszene ist Sado-Maso-Sexualität (SM) sehr weit verbreitet. Der homosexuelle Masochist hat im Gegensatz zu Männer der Heteroszene ein breites Angebot an sadistisch veranlagten, potenziellen Sexualpartnern. Dies ist nicht verwunderlich, schließlich ist auch Sadismus eine vor allem bei Männern vorkommende Paraphiilie.

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